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Nachgefragt ...


Bei Gisela Ehlers, Herausgeberin von Bumblebee und tätig im Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH), Landesfachberatung Englisch Grundschule, Leitung der Fachkommission ZAB EN, VERA 8.

Gisela Ehlers entwickelt mit Leib und Seele Materialien für den Englischunterricht. Täglich ist sie im ganzen Land unterwegs, führt Gespräche mit Lehrkräften, hält Vorträge und besucht Veranstaltungen. Sie ist am Puls der Praxis und bekommt Ihre Bedürfnisse hautnah mit. Die Anregungen nehmen wir im Bumblebee-Team ernst und entwickeln das Material passend.



Immer wieder treten Lehrkräfte mit verschiedensten Fragen an Gisela Ehlers heran. Einige davon beantwortet sie hier:

TPR Übung auch noch in Klasse 4? TPR hilft bei der Differenzierung
Einsprachiger Englischunterricht – nörgelnde Schüler


Haben Sie auch eine Frage an Gisela Ehlers? Schreiben Sie uns: bumblebee@schroedel.de




TPR Übung auch noch in Klasse 4? TPR hilft bei der Differenzierung


H. Tauber:
"Liebe Bumblebee-Autorinnen,
obgleich in mit dem Lehrwerk und den vielen Zusatzmaterialien zufrieden bin, wundere ich mich, dass Sie in den Lehrerhandreichungen bis in die 4. Klasse immer noch als Warming up die Empfehlung geben, eine TPR Übung durchzuführen. Ist dieses "Spielchen" nicht irgendwann überflüssig?"

Gisela Ehlers dazu:
"Liebe Frau Tauber,
vielen Dank für die Frage, denn sie ermöglicht mir, einen von dem "Erfinder" der TPR Methode James Asher formulierten Tipp für guten Sprachunterricht einzubringen. Asher hat auf einer Konferenz für Sprachenlehrer im Uli 2010 in Californien gesagt:
Law No.9: Start with a short-term student goal. Use TPR, the primary tool in your linguistic toolbox, for convincing your students in less than five minutes that they can acquire any language on earth. Then use the primary tool of TPR to introduce any new vocabulary or new grammatical feature in the target language.
That's it! That is my blueprint for success. Keep it simple! Have fun yourself! If you have fun, so will your students.


Ich kann mich diesem Tipp von J. Asher nur anschließen! TPR Anweisungen lassen sich hervorragend differenzieren und bleiben daher auch bei fortgeschrittenen Lernern ein geeignetes Instrument, das Hörverstehen zu trainieren. Zudem kann ich an der Ausführung meiner Anweisung bei den Kindern deren Leistungsvermögen beobachten.
Beispiel:
Shake hands with your neighbour.
Shake hands with a blond girl.
Shake hands with a boy wearing glasses.


Darüber hinaus biete ich meinen Platz als "Caller" den Kindern an, die freudig davon Gebrauch machen, ihre Anweisungen an die Klasse zu formulieren. So kann eine weitere Differenzierung , nämlich vom Hörverstehen zur Sprachproduktion, erfolgen.

Viele Spaß bei weiteren Ideen zum Einsatz von TPR!"

Quelle:
James J. Asher, Ph.D
Originator of the Total Physical Response,
e-mail: tprworld@aol.com
web: www.tpr-world.com
International Forum on Language Teaching July 27-31, 2010
Los Alamitos, California


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Einsprachiger Englischunterricht – nörgelnde Schüler


Kai Neumann:
"... Habe mir von Kolleginnen vorschwärmen lassen, einsprachiger Englischunterricht sei einfach toll. Nun habe ich in einer 3.Klasse den Englischunterricht übernommen und muss ehrlich sagen, dass ich das nicht bestätigen kann. In meinen Stunden gibt es immer wieder zwei Jungen, die nach 5 Minuten lautstark einfordern, ich solle Deutsch sprechen, denn sie würden nichts verstehen. Sofort sind dann noch weitere Kinder dieser Meinung und ich spreche dann viel mehr Deutsch zur Klärung der Aufträge und lasse nur die einzelnen Wörter nachsprechen. Auf diese Weise komme ich aber nicht richtig von der Stelle und habe den Eindruck, dass der Unterricht den Kindern nach anfänglicher Begeisterung nicht wirklich Spaß macht. Kann es sein, dass ich zu schnell spreche? Meine Kolleginnen meinen, ich ließe mich von den Kindern an der Nase herum führen. Sorry, dass ich das mal so anspreche, aber es ärgert mich sehr. Was soll ich tun?"

Gisela Ehlers dazu:
"Lieber Herr Neumann,
nach Ihrer Beschreibung bin ich sehr an meine Unterrichtsanfänge vor 40 Jahren erinnert. Einige wenige Schüler wollten mir absolut nicht in der Zielsprache folgen und beklagten sich. Da meine damalige Ausbilderin aber stets davor gewarnt hatte, blieb ich hart und folgte ihren Tipps. Sie behauptete stets, eine solche Eingewöhnungszeit sei ganz normal, nämlich so, als müsse man sich beim Baden gehen an die zunächst unmöglich kalte Wassertemperatur gewöhnen, von der man aber dann später schwärmte, sie sie erfrischend gewesen. Also blieb ich hart und blieb im Unterricht weiterhin einsprachig. Und – es war erfolgreich! Noch heute lachen wir auf Klassentreffen darüber und alle pflichten mir bei, dass es gut war, dass ich nicht nachgegeben hätte und dann immer wieder Fragen oder Anweisungen etwas langsamer, leicht paraphrasierend wiederholt und besonders hilfreich durch Mimik-Gestik zum Verständnis beigetragen hätte.
Bitte tun Sie das doch auch. Sprechen Sie authentisch, klar und deutlich. Begleiten Sie Fragen, Erzählungen oder Anweisungen noch lange durch erklärende Bewegungen und Gesten. Mit freundlicher Konsequenz, viel positivem Feedback für jede noch so kleinen Fortschritte werden Sie diese Phase bald überstanden haben. Schauen Sie zur Sicherheit in unsere Lehrerhandreichungen, die Sie davor bewahren, zu große Unterrichtsschritte zu machen. Zusätzlich kann eine deutsche Erklärung des Konzeptes in altersgemäßer Weise Wunder bewirken, denn Sie zeigen den Kindern, dass Sie ihre Ängste und Schwierigkeiten ernst nehmen und diese sicherlich gemeinsam meistern werden."

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